Text von

Yamada Mumon Roshi

Jeden Morgen und jeden Abend solltet ihr euch eine halbe Stun-de Zeit nehmen, eure Kleider lockern und im Zazensitz auf ein Kissen setzen. Atmet ruhig ein und aus. Beim Ausatmen sollt ihr jedes Mal zählen, und zwar von eins bis zehn. Das Einatmen folgt ganz von selbst. Wenn ihr bei zehn angelangt seid,so be-ginnt wieder bei eins, ganz ruhig und gelassen.

Eins...zwei...drei..., jeden Morgen und jeden Abend setzt euch hin im Zazensitz und zählt. Mit der Zeit werdet ihr eure Gedanken loswerden. Denn ihr denkt den ganzen Tag und sogar des Nachts in euren Träumen. Zazen ist eine sehr wichtige Sache. Zazen bedeutet nicht nur Sitzhaltung, Atem und Geist bemeistern, sondern im weiten Sinne führt es auch zur Kontrolle über Lebensumstände, über die Familie und die Gesellschaft, in der wir leben. Im Zazen müssen Körper und Geist, Bewegung und Ruhe eine Einheit bilden. Erst wenn wir frei sind von den Störungen der Außen- und Innenwelt, können wir unsere Bindungen loslassen und das ewige Leben erreichen. Denn Körper und Geist sind nicht getrennt, sie sind eins. Es ist nicht normal, wenn Körper und Geist in verschiedene Richtungen gehen, wenn der Geist sich bewegt, während der Körper still ist. Beim Zazenüben müßt ihr alles vergessen, eure Geschäfte, euer Heim, eure gesellschaftlichen Verpflichtungen, die Weltlage. Vergeßt Liebe und Haß, Freude und Sorgen, Gewinn und Verlust. Zazen-Meditation ist von dringender Notwendigkeit für das alltägliche Leben in unserer Gesellschaft.

 

Als der junge Rabbi seinem Vater nachfolgte, fing jeder davon an, wie ganz anders er sei.
"Im Gegenteil", antwortete der junge Mann, "ich bin genau wie mein alter Herr. Er ahmte niemanden nach. Ich ahme niemanden nach."